Mössingen, die Blumenstadt

"Sag mir wo die Blumen blüh'n"

Mohnwiese am StraßenrandBild vergrößern
Mohnwiesen am Straßenrand

In den folgenden Jahren experimentierte Stadtgärtnermeister Dieter Felger immer wieder mit der Ansaat von Blumen vor Ort. Nicht alle davon heimisch, aber viele schon vor Jahrhunderten hier angesiedelt und traditionelle Pflanzen des Bauerngartens, wie Ringel- und Sonnenblumen, blauer Lein oder Rosen und ihre Begleitpflanzen, zum Beispiel Lavendel. Mit letzteren wurde quasi ein zweites Standbein etabliert - die Pflanzung langblühender mehrjähriger Stauden.

Kaum ein Jahr verging ohne weitere Versuche und Ideen: Farben, Düfte, alte Nutzpflanzen - alles Themen, die erfolgreich umgesetzt wurden.

Auf Agenda-Initiative entstand im Weiten Hardt zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein Mössingen ein Lehr- und Schaugarten. Ebenfalls auf Initiative der Agenda-Arbeitsgruppe "Innenstadt" wurden in der ersten Jahreshälfte 2003 in der Mössinger Innenstadt mit Rosenbögen überspannte grüne Sitzplätze installiert. Dieses Projekt mit dem Namen "Räume aus heimischen Pflanzen - Orte der Begegnung" wurde vom baden-württembergischem Umweltministerium sogar prämiert.

Ein herausragendes Beispiel bürgerschaftlichen Engagements für die Blumenstadt stellt sicherlich auch die Herstellung und Pflege des kleinen Parks an der Ecke Mössinger Straße / Federstraße durch den Obst- und Gartenbauverein Belsen dar. Diese grüne Oase an der Schnittstelle zwischen altem und neuem Dorf hat sich in kurzer Zeit zu einem beliebten Treffpunkt in Belsen entwickelt.

Mössingen zur ObstblüteBild vergrößern
Mössingen zur Obstblüte

Nicht unerwähnt bleiben dürfen in diesem Zusammenhang die landschaftsprägenden Streuobstwiesen rund um die Blumenstadt, welche dank der unermüdlichen Pflege ungezählter "Freizeit-Landwirte" sowie der beiden Obst- und Gartenbauvereine die Stadt im Frühjahr regelmäßig in ein duftiges weiß-rosa Blütenkleid hüllen. Seit 2005 läuft hier ein Modellprojekt, mit dem versucht werden soll, wieder mehr Menschen, vor allem auch jüngere und Familien für die Pflege der Streuobstbestände zu gewinnen.

Die Pracht der rund 100.000 frühlingsblühenden Obstbäume wird insbesondere Dank der Stadtgärtnerei, nahtlos in die Stadt übertragen. Denn die Mössinger Straßenrabatten und Grünanlagen stehen von März/April (Zwiebelblumen) bis Dezember (letzte Rosen) in Blüte, mit Schwerpunkt natürlich im Sommer. Und das alles genau betrachtet bei letztlich geringem Pflegeaufwand.

Fischschwarm im Blumenmeer 2001Bild vergrößern
Fischschwarm im Blumenmeer 2001

Ein Blühen allerorten also, das den meisten Einheimischen bei aller liebgewordenen Gewohnheit nach wie vor nicht gleichgültig ist, wie beispielsweise die BürgerKunstAktion "Mössinger Blumenmeer" im Sommer 2001 gezeigt hat.

Dafür spricht auch der 2003 erstmals aufgelegte städtische Kalender "Blumenstadt Mössingen" der auf Anhieb mehr Nachfrage fand, als befriedigt werden konnte. Seiher gibt es diesen Blumenstadt-Kalender mit wechselnden Motiven jedes Jahr neu.