Mössingen, die Blumenstadt

Blumenwiesen blütenbunt

Goldmedaille 2001Bild vergrößern
Goldmedaille 2001

Denn Mössingens besonderer Schmuck sind von Frühjahr bis Herbst bunte Blumenfelder, blühende Straßenrandstreifen und dufte(nde) Kreisverkehre. Den Juroren des Bundeswettbewerbs "Unsere Stadt blüht auf" war dies 2001 eine Goldmedaille wert!

Diese Meinung teilen auch die meisten Bürger mit den Besuchern ihrer Stadt, wie Rückmeldungen immer wieder belegen.

Dort ist dann beispielsweise von "faszinierender Art der Stadtgestaltung" die Rede, vom "Sinngenuss eines Spaziergangs durch die Stadt" oder auch "vom täglichen Augenschmaus durch die einzigartigen Blumen-Anpflanzungen in Mössingen", vom "wunderschönen Blumenschmuck, der dafür sorgt, dass die Stadt so ein schönes Bild abgibt" und von einem "Erlebnis mit allen Sinnen".

Ein Amateurfotograf berichtete, wie er angesichts der sich durch die Stadt ziehenden leuchtenden Blütenbänder völlig die Zeit vergaß und sämtliche Filme belichtete. Eine Studentin konnte sich schelmisch der Bemerkung nicht entheben, nun wisse sie definitiv, warum sie zwar in Tübingen studiere, aber in Mössingen wohne! Dies alles nur einige wenige, der fast durchweg positiven Stimmen zur "Blumenstadt Mössingen".

Gold für die Blumenstadt MössingenBild vergrößern
Gold für die Blumenstadt Mössingen

In ihrer Begründung des Wettbewerbserfolgs stellte die Jury der Entente Florale Deutschland am 1. September 2001 bei der Preisverleihung anlässlich der Bundesgartenschau in Potsdam beeindruckt fest: "Mössingen ist die Stadt der duften Blüten. Impressionen bunt blühender Wiesen schmücken die Stadt auf das Schönste." Mit ihrer Begründung lag die Jury sicher richtig. Denn in der Tat zeigte auch der Vergleich mit den 51 anderen, aus ganz Deutschland zum Wettbewerb zugelassenen Städten und Kommunen in der Potsdamer Biosphärenhalle die Besonderheiten der Mössinger Blumenwiesen, die damals noch bundesweit nahezu einmalig dastanden, inzwischen aber viele Nachahmer gefunden haben.

Blumenwieseo vor dem QGBild vergrößern
Blumenwiese vor dem QG

Geradezu perplex sind regelmäßig Besucher der Stadt, die zum ersten Mal nach Mössingen kommen. "Solch eine Blütenpracht haben wir noch nie gesehen", heißt es nicht selten. Und Hobby-Fotografen oder Sträuße pflückende Menschen, die ihr Auto mit auswärtigem Kennzeichen mal eben am Straßenrand abstellen, um sich die Mössinger Blumenwiesen aus der Nähe anzuschauen, gehören sommers fast schon zum gewohnten Bild - bei dessen Anblick den Mössingern desöfteren ein Schmunzeln über das Gesicht huscht, während die Schultern zugleich stolz etwas höher gehen.

Kein Wunder, dass die Blumenstadt Mössingen mittlerweile weit über die Fachkreise hinaus ein Begriff ist. Regelmäßig erreichen die Stadtgärtnerei Anfragen aus der ganzen Republik, von Aachen bis Zwickau, von Eisenstadt bis Sasbachwalden, in denen Samen oder auch fachliche Tipps erbeten werden. Mittlerweile blüht die eigenes kreierte Samenmischung "Mössinger Sommer" sogar auf allen Kontinenten. Denn viele Blumenliebhaber haben die natürlich an Freunde und Bekannte weltweit verschenkt.

Mohn und Steppenkerzen an der GutenbergstraßeBild vergrößern
Mohn und Steppenkerzen an der Gutenbergstraße

Doch während die Samenmischungen scheinbar mit (fast) jedem Klima zurecht kommen, ist das Mössinger "Blumenfest" in seiner Gesamtheit dann doch nicht so einfach nachzumachen.

"Wir haben über die Jahre viel probiert und dabei gelernt", verrät Stadtgärtnermeister Dieter Felger sein Erfolgsrezept. "Nicht nur Samenmenge und Aussaatansprüche müssen bedacht werden. Auch Niederschlagsmenge, Bodenqualität, Verunkrautungsanfälligkeit und sogar die Wärmeabstrahlung des Asphalts gilt es zu berücksichtigen", verrät er. "Auf einer Verkehrsinsel herrscht ein Klima wie in der Sahara", meint Felger. Hinzu kommen Abgasimmissionen, Trittbelastung und Müll. Dafür könne der Pflanzenschutz, was Krankheiten und Schädlinge angehe, bei den verwendeten Blumen getrost vernachlässigt werden, da sie kaum anfällig seien. Wieder ein Kostenfaktor weniger.

Mohnernte der StadtgärtnereiBild vergrößern
Mohnernte der Stadtgärtnerei

Schnell stellt sich bei Felgers Blumenmischungen ein ökologisches Gleichgewicht ein. Das hört und sieht, wer sich den Mikrokosmos "Mössinger Blumenwiese" einmal aus der Nähe anschaut. Tatsächlich wuselt, summt und brummt es überall. Bienen sammeln Nektar, Schmetterlinge taumeln duftberauscht von Blüte zu Blüte. Käfer krabbeln, Vögel suchen Nahrung. Und nebenan läuft der Straßenverkehr.

Doch wie kam es zu diesem erfolgreichen Konzept? Was haben die Mössinger anderen Städten da voraus? Worin liegen denn die Besonderheiten?

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