Erfahrungsaustausch mit der Blumenstadt

"PLENUM Westlicher Bodensee" informierte sich in Mössingen

PlenumsbesuchBild vergrößern
Plenumsbesuch

Zu einem Erfahrungsaustausch und um mehr über die Arbeit der Blumenstadt Mössingen zu erfahren, besuchte am 24. Mai 2007 eine Delegation des PLENUM Westlicher Bodensee die Stadt. Hierbei handelt es sich um ein Modellprojekt des Landes mit dem Ziel, Natur und Umwelt sowohl zu erhalten, wie auch zu entwickeln. Insofern interessierte die beteiligten Fachleute aus Radolfzell, Singen, Überlingen, Tengen und weiteren Städten der westlichen Bodenseeregion insbesondere, wie Mössingen sich zur überregional bekannten Blumenstadt entwickelt hat, welche Rolle dieses positive Image mittlerweile für die Stadt spielt und wie man die (teilweise) Abkehr vom pflegeintensiven, aufwändigen Standard "Rasen" bei den öffentlichen Grünflächen geschafft hat.

Begrüßt wurde die Gruppe im Bürgersaal des Rathauses durch Fachbereichsleiter Gebhard Koll, der den terminlich verhinderten Bürgermeister vertrat. Koll machte dabei deutlich, dass die Stadtverwaltung trotz der großen Erfolge weiterhin bemüht ist, das öffentliche Grün noch besser zu bewirtschaften. Eine Referenzuntersuchung habe aber schon 2005 gezeigt, dass Blumenwiesen nicht teurer seien, als Rasenflächen.
Mit einer abwechslungsreichen Diashow bot Fotograf Armin Dieter den Gästen anschließend Impressionen aus der Blumenstadt, bevor Hans-Günther Wener die Arbeit des "Netzwerk Streuobst" vorstellte.
Nach dieser informativen Einführung berichtete Stadtgärtnermeister Dieter Felger anhand eigener Bilder über seine "15 Jahre Praxiserfahrung mit Sommerblumenansaaten und Blumenwiesenmanagement in der Stadt", was viele der Teilnehmer zu eifrigem Mitschreiben animierte und manche Nachfrage ergab. So beispielsweise, "welchen Pflegeaufwand benötigen die Blumenflächen, welche Saatgutmischungen eignen sich, wie kann ein monatelanger Blühaspekt verwirklicht werden und wie sind die Reaktionen der Bevölkerung und Besucher?"

PlenumsbesuchBild vergrößern
Plenumsbesuch

Auch die Vorteile der Sommerblumenansaaten für die Bienen wurden angesprochen. Viele Bienenvölker sind zunehmend geschwächt, ihre Zahl ist insgesamt rückläufig. Eine Ursache könnte das mangelnde Nahrungsangebot in den Sommermonaten sein, da Wildwiesen immer früher und häufiger gemäht werden. Zusammenhängende Ansaaten von Sommerblumen auf großen Flächen stellen dagegen gerade in der ansonsten futterarmen Zeit von Juli bis September eine zusätzliche Bienenweide dar. Sie sind aber noch relativ neu und eine Besonderheit von Mössingen.

Dabei sind die hier gegebenen nährstoffarmen, oft schottrigen oder lehmigen Böden eher schwierig zu bewirtschaften, erläuterte Felger. Einer der Schlüssel zum Erfolg sei deshalb die Arbeit mit eigenen Erdsubstraten, wozu die Stadtgärtnerei Austauschsand der Spielplätze und Häckselgut mit verwende. Bei den Blumen sei es ein Ziel Mischungen auszuzusäen, die sich selbst weiter entwickeln und möglichst bleiben. Bei den meisten Menschen komme allerdings besonders gut an, was möglichst bunt, auffallend und groß blühe. Sehr gerne arbeite man daher immer wieder mit Mohn und seit einigen Jahren auch mit Zwiebelblumen.
Die Freude an Rosen sei hingegen durch Streusalzeinwirkungen etwas getrübt worden. Nach einer Phase in der die Stadtgärtnerei sehr viel ausprobiert habe, werde man in den kommenden Jahren außerdem wieder mehr auf bewährte und unkomplizierte Arten, wie das Schmuckkörbchen (Cosmea) setzen, kündigte Felger weiter an.

Nach einem kurzfristig arrangierten Besuch im, ob seiner Größe und Gestaltung außergewöhnlichen, Privatgarten von Professor Doschka in Rottenburg-Dettingen, besichtigte die Delegation am Nachmittag mehrere Beispielflächen in Mössingen und Bad Sebastiansweiler. Besonders beeindruckten dabei das derzeitige Blumenbild am Kreisel Aiblestraße/Gutenbergstraße und am Kreisel Ofterdingerstraße / Daimerstraße sowie die Nachviolenfelder neben der Klinik Sebastiansweiler.

Mai 2007