Bericht über die Sommerblumenansaat der Stadtgärtnerei in der Fachzeitschrift DEGA
Blumenstadt Mössingen: Lebendig, bunt und nicht teuer
Das im Ulmer Verlag erscheinende Fachmagazin "DEGA - Deutscher Gartenbau", berichtet in seiner Ausgabe vom 10. März 2007 ausführlich über die erfolgreiche Grünflächenpflege in Mössingen. Mit "Höchstleistungen in Sachen innerstädtischer Pflanzenverwendung" gelinge es dem Stadtgärtnermeister und seinem Team, ein farbiges und lebendiges Umfeld zu schaffen. Und das nicht mit vorkultivierter Pflanzware, sondern durch selbst zusammengestelltes Saatgut. "Das erstaunliche Ergebnis: Die Flächenpflege ist nicht teurer, als bei konventionellen Gestaltungen."
Ausführlich berichtet DEGA über den manchmal steinigen Weg zur "Blumenstadt" und die letztlich gelungenen Experimente von Gärtnermeister Dieter Felger mit Saatgutmischungen, Blumenzwiebeln und Rosen.
"Blumenstadt", so das Magazin, klinge erst einmal nach Stiefmütterchen, Eisbegonien und anderen Beet- und Balkonpflanzen für Frühjahrs- und Sommerflor. Felger sei aber von Anfang an einen anderen Weg gegangen: mit Saatgut, teilweise in Form von Mischungen, teilweise als arten- oder sortenreiner Samen. "So entstanden zum Teil Blumenwiesen aus Papaver, Cosmea oder Linum perenne voll beeindruckender Farbintensität".
Ziel zukünftiger Gestaltungen, beispielsweise an neu gebauten Kreisverkehrsanlagen und auf Verkehrsinseln, seien Kombinationen von ausgesäten Annuellen und Biannuellen mit Stauden und Rosen. "Angestrebt sind Pflanzenzusammenstellungen, die Insekten und Kleintiere anlocken, sich gut mähen und mulchen lassen und nach dem Schnitt zu einer zweiten Blüte kommen."
Ein weiteres Versuchsfeld sei für die Stadtgärtnerei die Arbeit mit Stauden und Blumenzwiebeln. Auch hier arbeite man daran, mit beschränktem Einsatz möglichst eindrückliche Ergebnisse zu erreichen. Um Kosten zu sparen und trotzdem einen ansprechenden Frühlingsflor zu erzielen, habe Felger beispielsweise unterschiedliche Kleinblumenzwiebeln "ausgesät". "Sprich: Er hat Zwiebeln von Crocus chrysanthus, C. etruscus 'Zwanenburg', C. tommasinianus, C. vernus und Chionodoxa luciliae auf einer vorbereiteten Fläche ausgestreut und das Areal etwa 3 bis 5 cm mit aufbereitetem Substrat abgedeckt." Dasselbe Substrat - eine Mischung aus Oberboden, Grünkompost und grobem Sand aus den Sandkästen der 53 Mössinger Spielplätze verwende man auch als Pflanzgrundlage für Staudenpflanzungen mit Eremurus (E. robustus, E. stenophyllus) zahlreichen Allium-Arten und -Sorten, Katzenminze und weiteren Stauden.
Insgesamt würden mittlerweile rund 7 bis 8 ha der knapp 30 ha innerstädtische Grünfläche, die der Stadtgärtner mit seiner 10-köpfigen Abteilung betreue, von Blumenwiesen, Rosen und Staudenpflanzungen bestimmt.
Die Ermittlung der realen Quadratmeterkosten im Jahr 2004/2005 habe Felger dabei deutlich den Rücken gestärkt. Seit schwarz auf weiß zu belegen sei, dass die Blumenwiesennutzung keinesfalls teurer ist als eine konventionelle Begrünung, würden die anderen Aspekte der alternativen Freiflächengestaltung deutlicher hervor treten. Und diese seien beachtenswert: Der Zuspruch der Bürger in Form zahlloser Mails und Anrufe zeige, "dass sie sich zu einem hohen Prozentsatz mit dem Projekt und dem Titel "Blumenstadt" identifizieren. Alleine der Gewinn der Goldmedaille bei der Entente Florale hat den Ort weit über seine Grenzen hinaus bekannt gemacht. Alles positive Effekte für den Ruf der Stadt, die sich kaum in Quadratmeterpreisen ausdrücken lassen."
Weblinks
- www.ulmer.de/Artikel.dll/?AID=191128, Online-Version des DEGA-Artikels
März 2007




